Vorsorge

Hinweise zu den Vorsorgeuntersuchungen:

 

Wir führen alle Kindervorsorgeuntersuchungen U 2 - U 11 und die Jugenduntersuchungen J1-J2 durch. Bei dem bestehenden Terminmangel ist es wichtig, dass Sie frühzeitig die Vorsorgetermine für Ihr Kind ausmachen.

Die Vorsorge U 2 wird gegebenenfalls, wenn gewünscht als privater Hausbesuch durchgeführt – insbesondere hierfür ist eine Verabredung des Besuchstermins mit der Praxis kurz nach der Geburt notwendig. Die Untersuchung wird vom 5. bis 10. Lebtag gemacht. Für die nachfolgenden Vorsorgeuntersuchungen gilt prinzipiell unser Wunsch, die Untersuchung möglichst gegen Ende des vorgesehenen Zeitraumes zu machen. Zum Beispiel U 6 – vorgesehen für den 10. – 12. Monat – wird von uns bevorzugt gegen Ende des 12. Monates durchgeführt. Wenn Sie frühzeitig Ihre Termine ausmachen, wird dieses in der Regel einrichtbar sein. Am Empfang bekommen Sie eine Terminübersicht für die Vorsorgen ausgehändigt. Zu den Vorsorgeuntersuchungen bringen Sie bitte immer das Gelbe Heft und den Impfausweis mit.

Wir bitten um Ihr Verständnis. Bitte bringen Sie zu jeder Untersuchung eine Unterlage (Moltontuch o.ä.) mit!  

 

Hinweise zur Rachitisprophylaxe Rachitis ist eine Lichtmangelkrankheit – keine Vitaminmangelkrankheit! Das kleine Kind sollte ab der 3. Lebenswoche täglich und möglichst zur Mittagszeit zwei Stunden dem Himmelslicht im Gesicht ausgesetzt werden. Dies muss an der frischen Luft geschehen – Belichtung hinter dem Fenster ist sinnlos. Im Kinderwagen klappe man das Verdeck so weit herunter, dass es noch etwas Windschutz bietet, aber das Licht von oben in den Wagen fallen kann. Das Gesicht des Kindes sollte unbedeckt sein, auch die Stirn. Direkte Sonnenbestrahlung sollte vermieden werden – ein Sonnenbrand entsteht im Säuglingsalter in Minuten. Wichtigstes Element der von Eltern und Arzt einzuhaltenden Prophylaxe der Rachitis, die nicht ganz selten auch unter ausreichender Belichtung eintreten kann, ist die regelmäßige Untersuchung beim Arzt. Die Abstände der notwendigen Untersuchungen legt der Arzt fest; sie liegen in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen im ersten Lebensjahr. Auch im „zweiten” Winter muss in gewissen Abständen das Kind untersucht werden. Die Erfahrung zeigt, dass es gerade am Ende des zweiten Winters zur Rachitis kommen kann. Zu diesem Zeitpunkt ist dann eventuell auch eine Blutuntersuchung notwendig, um sicher eine beginnende Rachitis auszuschließen. Der so eingeschlagene Weg der Rachitisprophylaxe ist für die Eltern und Ärzte aufwendiger als die routinemäßige, unseres Erachtens aber sehr schematische und in den meisten Fällen unnötige der Gabe von Vitamin D. Ohne die Gabe von Vitamin D ist die Einhaltung der ärztlichen Untersuchungstermine aber zwingend notwendig. Näheres zur Rachitis lesen Sie bitte im Buch „Kindersprechstunde” von Glöcker und Goebel nach.

 

 

Buch Empfehlung:

Literatur Kindermedizin: Wir empfehlen Ihnen sehr zwei Bücher, welche Sie durch die ganze Kindheit Ihres Kindes als gute Ratgeber begleiten können:

 

  „Kindersprechstunde" von den Kinderärzten Michaela Glöckler und Wolfgang Goebel, Verlag Urachhaus. Hier lesen Sie speziell die Kapitel über Rachitis, Kinderkrankheiten und Krankheitsvorbeugung – besonders das Unterkapitel Impfungen. 

 

 "Kinder Gesundheitsbuch" von den Kinderärzten Jan Vagedes und Georg Soldner mit vielen therapeutischen Empfehlungen, auch Medikamenten aus der anthroposophischen Medizin. Kindernotfälle Vergiftungen Atemnot bei Kleinkindern Durchfall und Erbrechen Fieber bei Säuglingen und Kleinkindern Schreiattacken

 

Atemnot bei Kleinkindern

 Die häufigste Form der Atemnot bei Kleinkindern passiert vor allem nachts in liegender Position. Achten Sie hierauf: kein oder nur mäßiges Fieber die Einatmung ist erschwert – ein ziehendes Geräusch oft Heiserkeit bellender, trockener Hustenkeine Schwierigkeiten beim Schlucken Dann handelt es sich um den sogenannten Kruppanfall (auch Infektkrupp oder Pseudokrupp). Keine Panik! Nur in den seltensten Fällen liegt ein echter Notfall vor. Das Kind bleibt rosig und voll wach!

 

 Was tun? Holen Sie das Kind aus dem Bett, wenn es unruhig ist und weint (wenn es weiterschläft liegen lassen). Ruhe ist das Wichtigste! Denn das Kind soll sich beruhigen. Wickeln Sie das Kind in eine warme Decke und gehen Sie mit ihm nach draußen. Dort kann das Kind kühle und in der Regel feuchte Luft einatmen. oder Öffnen Sie die Dusche und lassen das Kind kalten Wasserdampf atmen. Wenn die Atmung sich verbessert, das Kind wieder zum Schlafen legen, ein Bettlaken in Wasser nass machen, auswringen, über das Bettchen spannen und mit Sicherheitsnadeln festmachen. Am Fußende einen ca. 20 cm breiten Streifen offen lassen, damit die Luft zirkulieren kann.

 Wann besteht ein ernster Notfall? Wenn das Kind trotz Beruhigungsversuchen nach Atem ringt. Wenn gleichzeitig eine erhebliche Schluckstörung vorliegt (Spucke läuft aus dem Mund).Wenn gleichzeitig hohes Fieber besteht.

 

Durchfall und Erbrechen Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Durchfall und Erbrechen manchmal gefährlich. Es droht erheblicher Flüssigkeitsverlust. In der Regel aber befreit sich der Körper mit Hilfe dieser Mechanismen von krankmachenden Stoffen und Erregern. Ein Notfall besteht daher nur, wenn bedrohliche Flüssigkeitsverluste eintreten.

 Wann kann ein Notfall bestehen? Durchfall mit Erbrechen Begleitendes hohes Fieber Erhebliche Müdigkeit schlaffe Muskulatur Kind sieht hohläugig aus, der Speichel wird zäh eingeschränkte Reaktionsfähigkeit bis zur Bewusstlosigkeit

Maßnahmen bei Erbrechen: Keine feste Nahrung Flüssigkeit in kleinen Mengen zuführen (Zusammensetzung der Flüssigkeit zunächst nicht wichtig) Bei anhaltendem Erbrechen Flüssigkeit mit Elektrolyten verabreichen. z.B. 100 ml Fencheltee, 100 ml frisch gepressten Orangensaft (durch Haarsieb oder Filter), eine Prise Salz und ein Kaffeelöffel Traubenzucker oder Haushaltszucker. Oder industrielle Fertiglösungen (GES, Oralpädon). Nach zwei Stunden etwas festere Nahrung in kleinen Mengen z.B. Zwieback, nach vier Stunden langsamer Aufbau der normalen Kost z.B. mit Möhren, Reis, geriebener ApfelMedikamente in der Regel vermeidbar. Bei Durchfall: Im Normalfall keine Diät erforderlich. Bei heftigem, anhaltenden Durchfall auf die Flüssigkeitsbilanz achten, mehr Tee zufüttern, leicht verdauliche Kost: Altbackenes Weißbrot, dünn Butter, dünne Suppen, Reis, Möhren, Nudeln, Kartoffelbrei,Medikamente in der Regel vermeidbar. 

 

 Fieber bei Säuglingen und Kleinkindern

Die normale Körpertemperatur von Säuglingen kann durchaus einmal bis zu 38 Grad betragen. Wir sprechen von erhöhter Temperatur bis 38,5. Erst dann greift der Begriff „Fieber".

Wann ist Fieber ein Notfall? Vor allem: Achten Sie vor allem auf mögliche Begleiterscheinungen: das Kind wird nicht richtig wach das Kind hat erhebliche Atemnot das Kind humpelt plötzlich erhebliche Bauchschmerzen, manchmal mit Erbrechen das Kind läßt sich nicht beruhigen Auch ein Fieberzäpfchen schafft keine Entspannung (unter 1 Jahr 125 mg, darüber 250 mg Paracetamol) Fieber ist ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers. Der häufigste Grund sind Luftwegsinfekte und grippale Infekte. Wir unterscheiden zwischen „kaltem” und „heißem” Fieber.

Kaltes Fieber Hände und Füße sind kalt, alle Temperatur befindet sich in den zentralen Körperregionen. Was tun: Warmes Fußbad. Warm einpacken. Fieberzäpfchen helfen nicht.

 Heißes Fieber Kind „glüht”, Hände und Füße warm. Was tun: Kind ausziehen, die Temperatur will dem Körper entweichen. Fieberzäpfchen helfen (sind aber meistens überflüssig, weil die Temperatur auch ohne sie zu sinken beginnt).

 

Schreitouren bei Säuglingen

Häufig werden Eltern durch anhaltendes und durch nichts zu behebendes Schreien ihrer Säuglinge an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht. Nur selten verbergen sich hinter diesen Schreizuständen ernst zu nehmende Krankheiten.

Achten Sie daher auf folgende Warnzeichen:

 das Kind wimmert nur noch schlaffe Muskulatur Erbrechen Fieber Durchfälle Bewusstsein getrübt

Heftiges lautes Schreien, kräftige Bewegungen, rotes Gesicht und zorniger Ausdruck sind positive Zeichen. Eigentlich ist keine Therapie erforderlich. Wenn Sie etwas tun wollen: Geben Sie Ihrem Kind ein Zäpfchen (Fieber und Zahnungszäpfchen® WELEDA oder Viburcol ). Legen Sie Ihr Baby in sein eigenes Bettchen. Machen Sie das Licht in seinem Zimmer aus und die Tür zu. Bemühen Sie sich darum, daß kein Lärm gemacht wird (Fernseher leise, ältere Kinder ins Bett und Ruhe). Warten Sie eine gewisse Zeit ab, bevor Sie erneut nach ihm sehen. Es wird dann – nach einer Schreiphase allerdings – in den allermeisten Fällen eingeschlafen sein.